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Auf den Spuren des Apostels Thomas

P. Thomas Bucher

Heilige sind sehr wirksame Fürsprecher! Viele haben das z.B. vom Heiligen Antonius von Padua erfahren, wenn sie auf seine Fürsprache hin verlorene Gegenstände wieder gefunden haben. Ich hatte auch schon das Glück in Padua vor seinen Reliquien beten zu können. Auch zu anderen Heiligen habe ich schon an deren Grabstätte gebetet (Hl. Petrus in Rom, Hl. Therese in Lisieux, usw.). Sollte ich also nicht auch mal zu meinem Namenspatron, dem hl. Apostel Thomas pilgern? Diese Frage hat mich in der Vergangenheit hin und wieder bewegt. Aber wenn man Armut und Gehorsam lebt, dann scheint es geradezu unmöglich eine Wallfahrt bis nach Indien machen zu können, wo der Hl. Thomas das Martyrium erlitten hat, oder auch nur bis nach Ortona in Italien, wohin seine Reliquien im 13. Jhd. gebracht wurden. Die Antwort auf meine leise Sehnsucht habe ich schließlich der Fürsprache des Hl. Thomas selbst überlassen. Und die war sehr wirksam, wie ich Ihnen heute erzählen möchte.

Im August 2016 kam ein überraschender Anruf meines Heimatpfarrers, eines indischen Priesters, mit der ebenso überraschenden Frage, ob ich nicht eine Gruppenreise nach Indien mitmachen möchte. Natürlich gerne, war meine Antwort, aber werde ich die Erlaubnis bekommen? Sponsoren waren Gott sei Dank schon da, um mich zu unterstützen, und auch die Zustimmung der Oberen kam prompt.

Der Weg war geebnet!

So war ich vom 9.-23. Januar in Kerala/Indien.

Der Apostel Thomas ist dort im Jahre 52 in Kodungallur (damals eine bekannte Hafenstadt in Kerala), in der Nähe von Azhicode gelandet und hat das Christentum nach Kerala gebracht, wie es die lebendige Überlieferung der Thomaschristen bezeugt. Er soll sieben Kirchengemeinden in Kerala  gegründet haben; die erste in Kodungallur. In der Kirche dort konnten wir eine Reliquie seines rechten Armes, die 1953 von Ortona nach Kodungallur gebracht wurde, verehren. Darstellungen erzählen die Geschichte seines Martyriums in Mylapore, in der Nähe von Madras. Sein Glaubensbekenntnis „mein  Herr und mein Gott“ vor dem  Auferstandenen Jesus Christus findet seinen Widerhall im lebendigen Glauben der Millionen Thomaschristen innerhalb und außerhalb Indiens. Kerala ist ein wunderschön grünes Land, mit  Kokospalmen, Bananenbäumen, Teeplantagen usw.; ein heißes Land (28-30 Grad oder auch mehr im Januar!), und ein bevölkerungsreiches Land. In ganz Indien sind nur ca. 2,3% Christen, im Bundesstaat Kerala sind es aber ca. 19%. Ich war höchst beeindruckt von den gut besuchten Gottesdiensten dort und dem lebendigen  Glauben  der  Christen. Bei einem Sonntagsgottesdienst um 10.30 Uhr haben wir eine (bis vorne hin) ganz volle Kirche erlebt und wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass dies bereits die fünfte Heilige Messen an diesem Tag war. Bei fast jeder Pfarrkirche ist auch eine Anbetungskapelle, wo stundenweise oder den ganzen Tag angebetet wird. In der großen Anbetungskapelle neben der Kathedrale in Thrissur habe ich am Samstag Nachmittag ca. 40 Personen in der Anbetung gesehen!

Beeindruckt vom Glauben der Christen dort wünsche ich mir, dass dieses Feuer des Heiligen Geistes in Indien auch bei uns wieder stärker brennt.

Gottes Segen auf die Fürsprache der Heiligen!

Ihr P. Thomas Bucher cb

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