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Der heilige Arnold Janssen

Pater Norbert Wientzek

In der katholischen Kirche würdigen wir im Laufe des Jahres viele Heilige.

Neben Heiligen, die der ganzen Kirche bekannt und seit langer Zeit im Liturgischen Kalender verzeichnet sind (zum Beispiel die Apostel, Antonius, Agata, Franziskus, usw.), gibt es auch Heilige, die in bestimmten Ländern besonders verehrt werden und dort als Patrone gelten (wie Bonifatius in Deutschland oder Wojciech in Polen). Diözesen haben ihre Bistumspatrone, die woanders nicht so bekannt sind (Liborius in unserer Erzdiözese Paderborn), und die vielen Orden in der Kirche haben oft ihre eigenen Heiligen, die dort verehrt werden, wo die Personen oder die Orden gewirkt haben. Zu diesen Heiligen gehört auch Arnold Janssen. Hier in Bad Driburg wurde der Arnold-Janssen-Ring nach ihm benannt, und nach dem von ihm gegründeten Orden, der fast 100 Jahre im Missionshaus St. Xaver gewirkt hat, der Steyler Park und der Steyler Hof.

Wer war Arnold Janssen?

Arnold Janssen wurde am 5. November 1837 in Goch am Niederrhein als zweites von elf Kindern geboren. Seine Eltern hießen Gerhard und Anna Katharina. Der Vater hatte außer ganz wenig eigenem Besitz überwiegend gepachtetes Land, welches er bebaute, und hielt zwei Pferde. Neben der Ackerwirtschaft hatte er ein Fuhrmannsgeschäft, das wöchentliche Transporte nach Nimwegen in den Niederlanden unternahm.

Arnold wuchs in einer tiefgläubigen Familie auf, in der besonders die Heilige Dreifaltigkeit und der Heilige Geist verehrt wurden. Auf dem Sterbebett im Jahr 1870 gab Vater Gerhard Janssen seinen Kindern als sein Vermächtnis mit: „Feiert jeden Sonntag das Hochamt mit, um dem heiligen dreieinigen Gott für die Gnaden der Woche zu danken, und feiert jeden Montag eine Heilige Messe zu Ehren des heiligen Geistes, um Gottes Gnaden auf die kommende Woche herabzuflehen.“ Diese besondere Verehrung der Dreifaltigkeit und des heiligen Geistes wird in den drei Kongregationen, die Arnold Janssen gegründet hat, bis heute weiter gepflegt.

Als zehnjähriger Junge ging Arnold in die Mittelschule, zuerst in Goch und dann in das bischöfliche Seminar Gaesdonck (sprich: „Gahsdonk“), das sich unweit von Goch, direkt an der Grenze zu den Niederlanden, befindet. Nach dem Abitur 1855 studierte er Mathematik, naturwissenschaftliche Fächer und Philosophie in Münster und Bonn, um als Priester Gymnasiallehrer werden zu können. Im Jahr 1859 wurde ihm die Lehrbefähigung für das Gymnasium erteilt; danach studierte er weiter Theologie und wurde am 15. August 1861 zum Priester geweiht.

St. Arnold Janssen

Von 1861 bis 1873 war er Gymnasiallehrer in Bocholt und dort als „der kleine Herr“ bekannt: Er war nur 1,65 Meter groß und wurde bei der Musterung für den Militärdienst „wegen allgemeiner Körper- und Brustschwäche für jetzt unbrauchbar erachtet“.

Neben seiner Schultätigkeit hat sich Arnold Janssen dem Gebetsapostolat, das in Frankreich seit 1844 durch die Jesuiten verbreitet wurde und besonders das Herz Jesu verehrte, angeschlossen und sehr viele Pfarreien in diesem Anliegen bereist.
1873 schied Janssen aus dem Schuldienst aus, wurde Kaplan bei den Ursulinen in Kempen und begann sein „Presseapostolat“. Die Zeitschrift hieß „Kleiner Herz-Jesu Bote“, und das Programm der Zeitschrift beschrieb Arnold Janssen so: „Der Haupt-, wenn nicht alleinige Zweck derselben ist, über die katholischen Missionen des In- und Auslandes auf fassliche und anregende Weise zu belehren“.

Zur Gründung der Steyler Ordensfamilie, die die Steyler Orden sowie deren Freundes- und Partnerkreise bis heute vereint, hat ein Treffen mit dem Apostolischen Präfekten von Hongkong, Bischof Giovanni T. Raimondi, im Mai 1874 beigetragen. Er hat Arnold Janssen auch ermutigt, in Deutschland ein Missionshaus zu eröffnen, das der Heranbildung der Missionare dienen sollte, wie das schon in Frankreich, Italien und Belgien geschehen war. Weil das zu dieser Zeit wegen des Kulturkampfes im Deutschen Kaiserreich nicht möglich war, wandte sich Arnold Janssen an den Bischof von Roermond in den benachbarten Niederlanden. Der soll dazu bemerkt haben: „Da ist der Herr Janssen, der Rektor der Ursulinen in Kempen, bei mir gewesen. Er will ein Missionshaus gründen. Denken Sie sich – und er hat nichts. Entweder ist er ein Narr oder ein Heiliger.“

Arnold Janssen wurde am 5 Oktober 2003 heiliggesprochen, und die drei Kongregationen, die er gegründet hat (1875 Gesellschaft des Göttlichen Wortes, 1889 Dienerinnen des Heiligen Geistes, 1896 Dienerinnen des Heiligen Geistes von der Ewigen Anbetung) werden am 15. Januar, seinem Todestag (er starb 1909), ihren Stifter ehren und Gott für sein Werk danken.

P. Norbert Wientzek SVD

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