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Ein Sofaglaube?

Diakon
Manfred Lohmann

Liebe Leser!

Sie kennen es wahrscheinlich aus dem TV. Nach dem verlorenen Fußballspiel: Da sagten die Sportler noch: „Wir sind einfach nicht da hingegangen, wo es weh tut!"
„Stimmt, da hatten sie Recht!" murmelten viele Hobbysportler auf dem Sofa, während sie genüßlich Cola schlürften und Chips futterten.

Dahin gehen, wo es weh tut. Gilt das nur für Sportler? Gilt das nicht auch für den Glauben? Ein Leben aus dem Glauben erfordert auch Sportsgeist und Anstrengung.
Aber wieso? Wir leben doch als gute Christen aus dem Glauben. Wir gehen sonntags und Feiertags zur Kirche, vor und nach der warmen Mahlzeit wird gebetet und meist abends im Bett.

Freitags gibt es Fisch statt Fleisch. In der Fastenzeit wird auf Süßes verzichtet und Geld gespendet wird auch. Die zehn Gebote sind bekannt und werden gehalten.

Wir haben es uns schön eingerichtet im „Sofaglauben". Suchen wir noch die entschlossenen Zweikämpfe gegen die eigene Trägheit? Gehen wir im Glauben noch dahin, wo es weh tut? Will Gott das überhaupt?

Ja, denn Gott reicht eine „Sofaglaubensmentalität" nicht. Gelegenheiten bietet uns der Alltag genug, um der „Sofaglaubensmentalität" zu entkommen. Der Verzicht auf die zweite Tasse Kaffee, das dritte Glas Bier, die vierte Zigarette. Nichts Spektakuläres. Kleine Nadelstiche gegen die eigene Trägheit und Sattheit.
Unscheinbare Verzichte aus Liebe zu Gott. Wer im Auto unterwegs ist, läßt einmal das Radio aus und betet einen Rosenkranz. Bei dem Sonntagnachmittagsspaziergang im   Oktober die Rosenkranzandacht mit einplanen.

In der Woche einmal eine Heilige Messe mitfeiern. Das Feld der Möglichkeiten für die  Zweikämpfe ist ein sehr weites.

Wenn wir es uns im Winter auf dem Sofa bequem machen bei prasselndem Kaminfeuer und den Biathleten zuschauen, wie sie in der Kälte den Wettkampf bestreiten, dann dürfen wir uns bewußt machen, daß diese Sportler die Leistung nur bringen, weil sie hart dafür trainiert haben. Sie trainieren nicht nur dann, wenn es  ihnen gerade „danach ist".

Das gilt doch auch für den Glauben. Ich kann nicht nur dann glauben, wenn es mir gerade „danach ist". Feste Gebetszeiten können da sehr hilfreich sein. Wenigstens morgens und abends fünf Minuten Zeit nehmen, um Gott zu loben, zu danken und ihm unsere Sorgen vorzutragen.

Wenn wir anfangen unsere, „Sofaglaubensmentalität" zu überwinden, werden wir merken, wie spannend und faszinierend auf einmal das Leben aus dem Glauben wird. Auf einmal ist der Alltag des Glaubens nicht mehr fade, sondern ein tägliches Abenteuer.

Schöne Herbstferien wünscht ihnen
Diakon Manfred Lohmann CIC

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