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Fürchten Sie weder Tod noch Teufel? (II)

Diakon Guido Schütte

Nachdenken über Tod und Teufel zum zweiten Mal in der Adventszeit? Sicher, warum nicht! Weil sowohl die Macht des Todes als auch die Macht des Teufels durch Jesus Christus ein für alle Mal besiegt sind. Nach dem Zeugnis der heiligen Schrift und der Kirche haben wir also keinen Anlass zur Furcht. Hört und schaut man sich daraufhin in der Öffentlichkeit um, bleibt von dieser triumphalen Auskunft allerdings wenig übrig. Will uns der Teufel etwa einen Strich durch das Erlöstsein machen?

Ursprünglich kennen wir den Teufel als einflussreichen Engelfürsten, der seine Maßlosigkeit nicht mehr in den Griff bekam; er wollte wie ein Gott bewundert und angebetet werden. Das kam natürlich nicht in Frage, woraufhin der beleidigte Engel begann, dem Herrn, wo er nur konnte, ins gute Handwerk zu pfuschen. Deswegen wurde er weitgehend entmachtet, und weil er die Dinge der Welt nun nicht mehr selbst beliebig beeinflussen kann, versucht er bei jeder Gelegenheit, Menschen für seine Zwecke einzuspannen: Er redet ihnen ein, dass es für sie vorteilhaft oder sogar notwendig ist, das teuflische Werk als Handlanger auszuführen. Aber warum fallen die Menschen auf den Lockruf des Teufels herein, gerade in der heutigen Zeit, wo sie sich so besonders aufgeweckt und aufgeklärt vorkommen? Weil der Teufel Tricks auf Lager hat, über deren Verschlagenheit man nur staunen kann.

Erster grandioser Trick: Der Teufel tut so, als ob es ihn gar nicht gibt. Das funktioniert deshalb so erfolgreich, weil die Menschen genau das gerne hätten. So liefern sie sich den sanft flüsternden eitlen Schmeicheleien des angeblich nicht vorhandenen Bösen arglos aus und merken gar nicht, wie sehr sie in ihrer Meinung beeinflusst werden. Sie halten das für übertrieben? Dann behaupten Sie einfach einmal: „Der Teufel wirkt mitten unter uns!“ – und schauen sich die Gesichter Ihrer Zuhörer an.

Zweiter grandioser Trick: Der Kirche wird unterstellt, sie habe den Teufel nur erfunden, um den Menschen Angst zu machen und sie damit unter ihre „Knute“ zu bekommen. Das will natürlich keiner, und so wird der warnende Zeigefinger der einzigen Institution, die auf die Ernsthaftigkeit des teuflischen Wirkens unermüdlich hinweist, erfolgreich ausgehebelt.

Und wenn man sich bis hierher nicht beeindrucken lässt? Dann muss man damit rechnen, dass der Druck erhöht wird. Lieblingswerkzeug: Das Spiel mit der Angst, vor allem mit der Todesangst – wir hatten das Thema in der letzten Woche schon. Das Böse liebt es nämlich, den Menschen mit seinen Einflüsterungen von der tristen Endgültigkeit des Todes zu quälen und ermuntert ihn ohne Unterlass, das ewige Heil zu verwerfen und sein Leben allein auf das Irdische hin auszurichten. Mit Verwirrung und Verzweiflung werden die passenden Begleiter beigestellt. Nun noch kräftig durchrühren, und der Giftcocktail kann seine Wirkung tun. Das Dritte Reich und seine Folgen erscheinen mir als tragweites Beispiel dafür, was der Teufel bewirken kann, wenn ausreichend viele mitmachen und man ihm die Koordination überlässt.

Gott sei Dank kommt nur ein Bruchteil dessen, was uns zufällt, vom Bösen. Daraus ergibt sich dann aber die Notwendigkeit, Gut und Böse zuverlässig auseinanderzuhalten, um das Böse abzuwehren und das Gute nutzbar zu machen. Wir müssen die Geistesgaben, die uns in der Taufe geschenkt werden, bewusst annehmen und trainieren, vor allem die Gabe der Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Gerade in der Adventszeit, die uns das Heilsame des Guten neu vorstellt, treffen wir auf viele Denkanstöße, die uns dieses Training erleichtern.

Eine gesegnete zweite Adventswoche wünscht Ihnen
Diakon Guido Schütte

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