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Ganz aktuell!

Diakon Gottfried Rempe

„Gestern in den späten Morgenstunden entstand mitten in Jerusalem ein riesiger Aufruhr. Eine kleine Gruppe ehemaliger Anhänger dieses Jesus, der vor 50 Tagen hingerichtet wurde, hat sich plötzlich zu Wort gemeldet und lautstark in aller Öffentlichkeit wieder über ihn geredet. Es machte den Eindruck, sie hätten getrunken. Aber das war wohl nicht die Ursache ihres plötzlichen Sinneswandels. Aber was dann? Bemerkt wurden zu dieser Zeit weitere seltsame Geschehnisse. Ein heftiges Brausen war zu hören, und einige sahen regelrechte Feuerzungen. Ein ungewöhnliches Naturereignis, das sich vorher nicht angekündigt hatte. In Jerusalem hielten sich zu der Zeit viele Menschen aus ganz verschiedenen Ländern auf. Sie staunten, waren beeindruckt vom dem, was sie hörten. Was bewegte derart viele Menschen und was führte sie zusammen? Die römische Besatzungsmacht und auch die jüdische Tempelhierarchie riefen zu äußerster Wachsamkeit auf, in der Sorge, dass ein Volksaufruhr die öffentliche Ordnung gefährden könnte.“

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen, könnte so eine Zeitungsmeldung über die Ereignisse am Pfingstfest ausgesehen haben? Oder vielleicht noch etwas drastischer und zugespitzter, weil ein solcher Volkskauflauf, herbeigeführt durch eine Handvoll unbekannter Gestalten, schnell kippen und zu einem handfesten Aufstand führen kann.

Das Pfingstereignis gilt als Beginn der Kirche, nicht weil es ein schönes religiöses Ereignis ist, in dem viele mal eine tolle Erfahrung machen. Nein. Das Pfingstereignis gilt als Beginn der Kirche, weil Menschen die Botschaft Jesu als an sich gerichtet erfahren, indem sie spüren, uns gilt die Zusage Gottes und wir sind verantwortlich, das Werk Jesu weiterzuführen. Im Heiligen Geist nehmen wir als Menschen Anteil am Wirken Gottes, das sich in der Person Jesu Christi noch einmal verdichtet hat. Als Menschen nehmen wir Anteil am Schöpfungsauftrag Gottes, in dem wir verantwortlich für unsere Welt sind, wir nehmen Anteil an seiner Befreiungsgeschichte, indem wir gegen Unfreiheit und Ungerechtigkeit kämpfen, wir nehmen Anteil an seinem Erlösungsgeschehen, indem wir Menschen ihre Würde geben und diesen Auftrag von Gott annehmen. Dann kann ich mit anderen Augen auch auf viele Ereignisse unserer Tage schauen, dann ereignet sich Pfingsten mitten unter uns, hier und heute - ganz aktuell.

Wenn ich das ernst nehme, dass sich Kirche dort ereignet, wo Menschen diese Zusage verinnerlichen, dann geben sie  die Verantwortung nicht ab, sondern nehmen Verantwortung für sich und andere wahr. Sie verfallen nicht in Lethargie angesichts einer schwierigen Situation, sondern sie werden kreativ und gestalten. Das erleben wir auch in den Gemeinden unseres Pastoralen Raumes. Menschen in den verschiedenen Gremien und Gruppen lassen sich vom Pfingstgeschehen anstecken, bringen sich ein, verändern von Gottes Geist getrieben das kirchliche Leben in unseren Gemeinden. Das mag manchen Christenmenschen nicht immer passen! Haben wir Mut und Zutrauen, dass Gottes Geist uns durch unsere Zeit begleitet, durch ihn immer wieder neues, lebendiges Leben in unseren Gemeinden erwacht!

„Guter Gott, lass diese engagierten Menschen nicht mutlos werden sondern schenke ihnen und uns allen immer wieder Deinen erfrischenden und belebenden Geist!“

Gesegnete Pfingsten wünscht Ihnen
Gottfried Rempe, Diakon

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