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Glocken tragen einen Namen I

Pfarrer Hubertus Rath

Glocken werden nicht einfach so in den Turm gehängt und mit der elektronischen Steuerung verbunden. Glocken werden vom Bischof gesalbt, bevor sie in Dienst genommen werden. Denn sie läuten zu fröhlichen (Taufe, Trauung) und traurigen (Beerdigung) Anlässen und verbinden diese menschlichen Ereignisse mit der christlichen Botschaft. Sie läuten den Tag ein und aus, schlagen zur Stunde, und bringen damit zu Gehör, dass die Zeit nicht einfach verrinnt, sondern in Gottes Hand steht. Damit verkünden sie unüberhörbar unseren Glauben und deshalb werden sie gesalbt, so wie wir bei Taufe und Firmung gesalbt worden sind, damit wir Zeugnis für unseren Glauben ablegen können oder ich bei der Priesterweihe gesalbt wurde, damit ich die Botschaft Jesu verkünde.

Glocken haben auch einen Namenspatron und sind damit gebunden an eine heilige Person aus der Geschichte der Kirche, die sie besonders ins Gedächtnis ruft und von deren Aussage zur Person Jesu sie einen Aspekt besonders betont. Viele Glocken sind der Gottesmutter Maria geweiht und tragen die Inschrift „Was er euch sagt, das tut.“ (Joh 2, 5) oder „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1, 38). Ebenso sind viele Glocken Johannes d. Täufer gewidmet, dem Vorläufer Jesu, der die Menschen auf die Begegnung mit ihm vorbereitet hat: „Seht, das Lamm Gottes!“ (Joh 1, 29).

An den Verzierungen kann man auch immer den Zeitgeist erkennen: Glocken, die nach dem ersten oder zweiten Weltkrieg gegossen wurden, tragen häufig eine Widmung die gegen die  zerstörerischen und mörderischen Kräfte des vorhergegangenen Krieges zum Frieden aufrufen. Quasi ist das der damalige politische Slogan „Nie wieder Krieg!“ in christlichem Gewand.

Natürlich gibt es auch das Gegenteil. Der Streit um die Glocke mit dem Hakenkreuz hat das kürzlich bundesweit bekannt gemacht. Mittlerweile haben Eindringlinge in einer Nacht- und Nebelaktion dieses Hakenkreuz von der Glocke geflext. Das ist natürlich Beschädigung fremden Eigentums. Trotzdem konnte ich mir Anerkennung und Zustimmung für diese einfache Lösung des Problems nicht verkneifen, als ich davon in der Zeitung las.

Die jetzigen Glocken in St. Peter und Paul sind denkbar einfach gestaltet und tragen nur den Namen der Firma BOCHUMER VEREIN, BOCHUM, das Entstehungsjahr (Glocke 1: 1939; Glocken 2-4: 1938; Glocken 5-7: 1946) und als Inschriften Glocke 1: Durch Kreuz zum Licht!; Glocke 2: Glaube; Glocke 3: Friede auf Erden; Glocke 4: Hoffnung; Glocke 5: Liebe; Glocke 6+7: keine Inschrift.

Auf unserer Homepage www.pv-bad-driburg.de finden Sie Fotos von den Glocken in St. Peter und Paul, aber auch Fotos von den Glocken der anderen Kirchen in unserem Pastoralverbund. Die Internet-Redakteure haben diese Glocken-Geschichte gesammelt und veröffentlicht. Dafür danke ich ihnen ganz herzlich.

Ihr Pfarrer
Hubertus Rath

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