Sprungnavigation Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation; Direkt zur Servicenavigation; Übersicht zu dieser Seite; Kontakt aufnehmen;

 rahmen top

Pfarrnachrichten:

Aktuelle Ausgabe

Archiv

01.09.2018

Gebetsanliegen des Papstes im September

Wir beten zu Gott, unserem Vater, um freien Zutritt aller Jugendlichen zu Bildung und Arbeit in den jeweiligen Ländern Afrikas.

Simone Nefiodow, Dipl.-Theologin

 

Was würde passieren, wenn bei uns die Schulpflicht abgeschafft würde? Oder wenn für die Schulbildung Gebühren verlangt würden? Was würden Sie vermuten, wie viele junge Menschen würden dann noch einen Schulabschluss machen? Letztes Jahr hat bei uns fast jeder siebte Jugendliche die Schule abgebrochen. Was für eine Zukunft erwartet diese jungen Menschen in unserem Land?

Vor 99 Jahren wurde bei uns die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Bis zum Zweiten Weltkrieg musste auch bei uns der Lehrling dafür zahlen, dass er eine Ausbildung machen durfte. Ich erinnere mich lebhaft an meine Bestürzung, als meine Mutter mir einmal berichtete, wie ihr Arbeitgeber in den 70er Jahren von ihr verlangt hatte, dass sie ihm das Einverständnis meines Vaters vorlegen sollte, weil sie als Ehefrau einer Arbeit nachgehen würde. Du lieber Himmel, was waren denn das für Zeiten? Wo wäre unser Land heute, wenn wir das nicht geändert hätten?

Unser Papst richtet unsere Aufmerksamkeit auf die Bildungs- und Arbeitssituation in Afrika. Den jungen Menschen dort geht es im Grunde wie unseren Ururgroßeltern. Bildung ist teuer, und es gibt kein strukturiertes Bildungssystem. Aber: Ohne Bildung hat kein Mensch echte Chancen auf eine gut bezahlte Arbeit. Und die Firmen und Unternehmen von heute brauchen gut ausgebildete Leute. Warum sollte sich ein Unternehmen in einer Gegend niederlassen, wo es kaum gut ausgebildete Menschen gibt? Das ist eigentlich so logisch und offensichtlich, dass es einen wirklich wundert, warum es in Afrika immer noch kein Bildungssystem gibt. Ist es wirklich so schwierig, ein Schulsystem aufzubauen?  

Ja – leider. Ein Bildungssystem aufzubauen ist eine Mammutaufgabe. Welches der Probleme soll als erstes angegangen werden? Wie soll der Bau von Schulen finanziert werden? Woher sollen die Lehrer kommen? Und nicht zu vergessen die kulturellen Widerstände: Warum sollten Mädchen zur Schule gehen? Auch bei uns gab es erbitterte Widerstände, als die ersten Versuche unternommen wurden, so etwas wie eine Schulpflicht für alle einzuführen, denn keine Familie wollte auf die Arbeitskraft ihrer Kinder verzichten.

Unser Papst hat mit der aktuellen Gebetsmeinung die erste Hürde für diese Mammutaufgabe genommen: Er hat uns Beter mit dieser Aufgabe betraut. Dieses Netz von Problemen – und das gleich für einen ganzen Kontinent – liegt nun in unseren zum Gebet erhobenen Händen. Ich finde, in diesem Fall ist es besonders einfach, unser Beten mit konkretem Handeln zu verbinden: Die Hilfsprojekte für eine Verbesserung der Bildung sind wirklich zahlreich, unsere Unterstützung kommt an und bewirkt etwas. Mit unserem Beten und Handeln können wir den jungen Menschen in Afrika helfen, sich über Bildung eine bessere Zukunft zu erarbeiten. Eigentlich eine wirklich schöne Aufgabe. Also beten wir.


14.877.111  Besucher seit 09.2009