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Ruhig und still

Pater Thomas Bucher

Der Einladung Jesu „Ruht ein wenig aus“ (Mk 6,31) möchte ich heute einige Gedanken anfügen.

Ruhig und still werden vor Gott – wie kann das gelingen? Gehen einem nicht ständig irgendwelche Gedanken im Kopf herum? Da gibt es Termine, die man nicht vergessen darf, Sorgen um Angehörige oder Bekannte, auch frohe Gedanken oder Ideen, die einen von Gott und dem Gebet wegziehen…

Ein Trost ist, dass Gott um alles weiß, was so in mir vorgeht. Trotzdem habe ich hin und wieder das Gefühl gar nicht richtig gebetet zu haben. Gibt es da Hilfen?

Für das Gebet braucht es zuerst einmal den festen Entschluss, Gott eine gewisse Zeit zu schenken. Ob es nun zehn oder zwanzig Minuten täglich sind, oder nach dem Wort Jesu „Konntet ihr nicht einmal eine Stunde mit mir wachen?“ (Mt 26,40) auch eine ganze Stunde oder mehr: ohne festen Entschluss wird es keine regelmäßige Gebetszeit  geben, denn sie wird durch andere Beschäftigungen verdrängt werden.
Außer der festen Zeit brauche ich noch einen geeigneten Ort, möglichst mit einem ansprechenden Bild oder Kreuz, oder gar vor dem Allerheiligsten
Hilfreich ist für das Gebet eine gewisse Ordnung, die aber individuell, und nach Zeit und Ort, sehr verschieden sein kann. Wenn ich nicht gerade einen Rosenkranz oder sonstige vorformulierte Gebete spreche, in die ich alles hineinlege und bei denen ich auch zur Ruhe kommen kann, dann könnte eine Zeit des Verweilens in Gottes Gegenwart auch so aussehen:

Beginn mit dem Kreuzzeichen, evtl. auch kniend, um mir der Gegenwart Gottes bewusst zu werden; Lob und Dankgebete; ein Gebet um den Heiligen Geist, der in mir beten soll. Anbetung, das heißt ich lobe Gott, der viel größer ist als meine Probleme; ich kann nicht tiefer fallen, als in seine Hand. Evtl. kann mir auch ein Bibelvers oder ein festes Gebet helfen Vertrauen in Gott zu erwecken.

Vielleicht werde ich dann schon so in die Ruhe vor Gott hineingezogen, dass ich einfach bei Ihm verweilen möchte, mich von Ihm lieben lassen möchte und Ihn lieben möchte. Oder ich übergebe Gott zuerst meine Probleme und vertraue Ihm auch die Menschen an, um die ich mich sorge oder für die ich beten soll. Und danach suche ich wieder das Vertrauen in Gott zu erwecken und „in Ihm zu ruhen“ und auch auf seine Stimme zu hören. Sein Wille geschehe! Ihm möchte ich mein Herz schenken; Er soll in meinem Herzen wirken und mein Herz liebevoller und seinem Herzen ähnlicher machen!

Auch Heilige kannten das Problem beim Gebet einzuschlafen. Die hl. kleine Therese von Lisieux hat sich deswegen nicht gegrämt, denn auch im Schlaf gehörte ihr Herz Gott. Auch wenn mir meine Gebetszeit nicht gelungen vorkommt, so möchte ich doch immer mit einem Dank an Gott abschließen, der ja viel größer ist als unser Herz und der um alles weiß. Dieses Vertrauen wird alle Schwierigkeiten überwinden.

Zum Abschluss möchte ich Ihnen einen Bibelvers mitgeben, den ich sehr lieb gewonnen habe: „Ich ließ meine Seele ruhig werden und still; wie ein kleines Kind bei seiner Mutter ist meine Seele still in mir.“ (Psalm 131,2)

Es grüßt Sie,

Ihr P. Thomas Bucher

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