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„Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen?“

Die Geschichte, die im Buch Hiob erzählt wird, hat mich schon immer sehr beeindruckt und viele Fragen aufgeworfen. Eigentlich glaube ich doch an den Gott, der uns vor allem liebt. Und wenn uns in der Bibel doch der strafende Gott begegnet, so ist seine Strafe stets gerecht.
Am 2. November feiert die katholische Kirche Allerseelen und gedenkt aller Verstorbenen. Zu diesem Anlass denke ich natürlich an einige meiner Verwandten, die in den letzten Jahren in fortgeschrittenem Alter erkrankt und verstorben sind. Dabei fand ich immer besonders bewegend, wie alltäglich sie vom Sterben gesprochen haben: Da klang in meinen Ohren immer so fremd, ich wollte es nicht so einfach akzeptieren. Doch irgendwann – so kam es mir vor – haben sie verstanden (oder gefühlt?), dass ihre Zeit gekommen ist.
Natürlich sieht man das Ende nicht immer kommen. In meinem Beruf des Kirchenmusikers hat man viel Kontakt zu Beerdigungen, die man musikalisch begleiten darf. Viele meiner Kollegen haben mir schon von herzzerreißenden Erlebnissen berichtet, wenn ihnen meist völlig Unbekannte viel zu früh aus dem Leben gerissen wurden, in dem sie doch noch so dringend gebraucht wurden.
Auch hier stellt sich die Frage nach Sinn und Gerechtigkeit von Leiden und Sterben angesichts des liebenden Gottes. Diese Frage (die sogenannte „Theodizee-Frage“) stellt sich auch in der Motette „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen?“ von Johannes Brahms. Ähnlich wie im Buch Hiob wird hier die Theodizee-Frage beleuchtet.
Ich möchte Sie herzlich einladen, darüber nachzudenken: Ist alles Leid dieser Welt eine gerechte Strafe Gottes? Sind „die Wege des Herrn“ eben „unergründlich“?
Das Konzert des neu gegründeten Vokalensembles Bad Driburg befasst sich mit genau diesen Fragen: Rund um die oben bereits erwähnte Motette „Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen?“ von Johannes Brahms erklingt wundervolle Musik von Felix Mendelssohn, Max Reger und anderen. Bei diesen wie auch anderen Komponisten der Romantik erscheint der Tod auch als etwas Erstrebenswertes, als der himmlische Schlaf, der vom irdischen Leid erlöst. Die 15 erfahrenen und ausgewählten Sängerinnen und Sänger des Vokalensembles werden das Konzert gemeinsam mit Krankenhauspfarrer Edgar Zoor gestalten, der in kurzen Impulsen und Moderationen durch das Programm führen wird.

Ich möchte Sie herzlich zu diesem Konzert einladen, das durch die Dunkelheit und den Schmerz auch den Blick in Richtung des Friedens und der adventlichen Vorfreude richtet. Dieses Gründungskonzert des Vokalensembles Bad Driburg findet am Sonntag, den 17. November, um 17 Uhr in der Katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul Bad Driburg statt.

Mona Rozdestvenskyte

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