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Was wollte ich doch gleich?

Vikar Peter Lauschus

Ich schätze, sie kennen das: Gerade bin ich zu meiner Waschmaschine in den Keller gegangen, um die fertige Wäsche zu holen und die nächste Maschine zuzustellen. Im Keller angekommen, fiel mir als erstes auf, dass ich doch die Waschmittelkugel hatte mitnehmen wollen und auch den Weichspüler. Beides hatte ich mir in den Weg gestellt, damit ich es ja nicht vergesse, aber irgendwie ist es mir doch entgangen.

Das kommt doch häufiger vor: Man macht sich auf in die Küche und denkt, kaum angekommen: „Zum Kuckuck, was wollte ich eigentlich?“ Manchmal fällt es einem wieder ein, manchmal ist es komplett verloren. Mein heutiges „Waschmaschinen-Malheur“ kann ich mir gut erklären: ich denke schon den ganzen Vormittag darüber nach, was ich für ein Thema für „Auf ein Wort“ nehmen könnte. Das hat Vorrang und verdrängt dann schnell anderes aus den Gedanken.

Die Fastenzeit will uns einladen, Gott Vorrang in unseren Gedanken zu geben, aber auch das gelingt nicht spontan. Man muss es einüben. Sich jeden Tag etwas Zeit nur für Gott nehmen zum Beispiel. Ein Abschnitt aus der Bibel lesen, oder vielleicht auch in einem Fastenzeitbegleiter den Tagesabschnitt aufmerksam lesen. Oder den Rosenkranz beten. Oder einen kleinen Spaziergang zu machen, oder sich kurz in die Kirche zu setzen. All das kann Gott zumindest für eine kurze Zeit den Raum geben, den er verdient.

Aber außerhalb dieser Zeiten? Da wird er wahrscheinlich schnell wieder aus den Gedanken verschwinden. Als Driburger kann ich mich dann wenigstes damit trösten, dass im Kloster der Anbetungsschwestern mit Sicherheit gerade jemand vor ihm kniet und an ihn denkt. Und auch der Gedanke, dass irgendwo auf dieser Welt gerade ein Gottesdienst gefeiert wird. Ist für mich da ein Trost. Aber ganz besonders der Ausspruch eines meiner Lieblingsheiligen, des heiligen Franz von Sales ist für mich Trost und Ansporn zugleich:

„Wenn dein Herz wandert oder leidet, bring es behutsam
an seinen Platz zurück und versetze es sanft in die Gegenwart Gottes.
Und selbst dann,
wenn du nichts getan hast
in deinem Leben,
außer dein Herz zurückzubringen
und wieder in die Gegenwart Gottes
zu versetzen
- obwohl es jedesmal wieder fortlief, wenn du es zurückgeholt hattest -,
dann hat sich dein Leben wohl erfüllt.“

Dieser Heilige der Liebenswürdigkeit macht mir Mut, trotz meiner Unvollkommenheiten und Schwächen mich immer wieder Gott zuzuwenden, sein Angesicht zu suchen und in seiner Gegenwart zu leben, auch wenn ich dabei immer wieder versage.

Mit diesem Gedanken wünsche ich ihnen eine gute Woche.

Peter Lauschus, Vikar

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