Sprungnavigation Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation; Direkt zur Servicenavigation; Übersicht zu dieser Seite; Kontakt aufnehmen;

 rahmen top

Wo begegnet uns Gott?

Diakon
Manfred Lohmann

Liebe Leser!

Jeder Mensch, der glaubt, glaubt auf seine Weise. Jedes Kind, jeder Mann und jede Frau hat seine eigene Art und Weise, zu glauben, den Glauben zu leben und mit ihm durchs Leben zu gehen. Trotz aller Unterschiedlichkeit dürfte aber eins uns allen gemeinsam sein: Dass das Glauben oft Schwierigkeiten macht.

In diesem Punkt treffen wir uns mit den großen Heiligen und den kleinen Sündern, den großen Gestalten unseres Glaubens und den kleinen Kindern: Der Glaube, das Bemühen, zu glauben, zehrt an unseren Kräften. Glaubensschwierigkeiten, Zweifel oder das Gefühl, den Roten Faden verloren zu haben, kommen immer wieder.

Wer meint, Gott und die Welt in der Tasche zu haben, läuft Gefahr, am Wesen des Glaubens vorbei zu gehen.

Und denen, die darunter leiden, den Roten Faden im Glauben verloren zu haben, kommt manchmal der Gedanke: «Wenn Gott will, dass ich glaube, wenn ihm etwas an meinem Glauben liegt, dann soll er mir doch auch mal unter die Arme greifen.» Ein Glaube an Gott nämlich, der immer nur durch die Kirche vermittelt wird, durch Menschen,wie durch unser Team hier in Bad Driburg, die wir alle unsere Fehler haben, fällt selbstverständlich schwer.

Wonach sich viele Menschen sehnen, ist die Unmittelbarkeit: Gott selbst zu erfahren, um dann - fast wie von selbst - glauben zu können.

Aber Gott zeigt sich nicht im blendenden Licht, unmittelbar - wahrscheinlich könnten wir es gar nicht ertragen. Genauso wenig, wie wir nicht direkt in die Sonne schauen können.

Aber Er zeigt sich uns in jedem Augenblick - für den, der hinter die Dinge schaut. Er verbirgt sich, nicht um sich zu verstecken, sondern um sich von uns finden zu lassen.

In den Menschen um uns herum begegnet uns Gott. Im Ehepartner, in den Kindern können wir Gott begegnen, ohne dass wir von seiner Herrlichkeit geblendet werden. Jede Begegnung mit dem Nächsten wird zur Gottesbegegnung.

Dass jeder von uns seine Schwächen und Fehler hat, steht dem nicht im Wege. Wenn wir nicht in der Lage sind, in den Menschen, die uns wirklich lieb in unserem Leben sind, Gott zu finden, dann können wir ihn nirgends finden.

Glauben tut letztlich nur der, der sich darum bemüht, der glauben will.

Wer glauben will, der braucht nicht nach Gottes Spuren zu suchen. Wer wirklich glauben will, der findet Gott auf Schritt und Tritt, in jedem Lachen eines Kindes und in jedem Zuspruch, den ein Mensch gibt.

Denn letztlich sind nicht wir es, die Gott suchen. Letztlich ist es Gott, der uns ständig sucht, ohne Unterlass. Wir müssen uns nur finden lassen.

Eine gute Woche wünscht ihnen

Diakon Manfred Lohmann CIC

15.268.031  Besucher seit 09.2009